Weltreise

27 November 2007

Muotathal my hometown


St. Petersburg


22 April 2007

Washington D.C.


San Francisco


Hawaii


29 März 2007

Fiji



Bilder unter: www.picasaweb.google.com/ReneGwerder/Fiji



In Fiji gelandet wurde man vom Hostelbus am Flughafen abgeholt. Zuvor musste man sich jedoch schon gegen einige Taxifahrer behaupten und mit aller Deutlichkeit ausdrücken, dass wirklich kein Taxi benötigt wird. Im Hostel eingecheckt legte man eine kurze Rast ein, da man ja doch schon vor vier Uhr morgens aufstehen musste. Zwischen zwei Palmen auf einer Hängematte liegend genoss man das im Gegensatz zu Neuseeland wirklich warme Wetter ein paar Stunden.
Am zweiten Tag fuhr man mit dem uralten Bus, welcher immerhin dreimal am Tag ins Zentrum von Nadi fährt. Dort hat man sich in einem so genannten Reisebüro über den Aufenthalt auf den kleineren Inseln beraten lassen. Man entschied sich schlussendlich für den Bulapass, welcher die Möglichkeit bietet während vierzehn Tagen zwischen den verschiedenen Inseln umherzupendeln. Als erstes musste jedoch wieder der Bus zurück ins Hostel geschnappt werden. Man hat sich zu den Einheimischen an die Ecke gestellt und ebenfalls auf den Bus dort gewartet. Eigentlich wäre es ja ärgerlich gewesen lange auf den Bus zu warten, jedoch war es nur schon interessant zu zusehen wie das ganze öffentliche Verkehrssystem funktioniert. Richtige Fahrpläne gibt es keine. Die Leute wissen einfach dass ein Bus kommt. Man musste sich auch diesmal wieder gegen einige Taxifahrer behaupten, welche einem zwischendurch erklärten, dass gar kein Bus dorthin fahre, um doch noch einen Fahrgast zu finden. Es hat sich jedoch das Gegenteil erwiesen und man kam doch noch zurück – nach einer Stunde warten – eben nach Fiji – Time…
Am nächsten Morgen wurde man von einem Car im Hostel abgeholt und zum Schiff auf die Yasawa Island gebracht. Man wurde in zweieinhalb Stunden zum Waya Lailai Eco Ressort gebracht. Dort brachte man einem in einer kleinen Hütte zusammen mit anderen Backpacker unter. Mit der Unterkunft war auch das Essen mit eingeschlossen, welches jeweils gemeinsam in der Haupthütte eingenommen wurde. Am Strand hat man sich es während des Tages öfters in der Hängematte, zwischen Kokospalmen aufgespannt, verbracht. Zwischendurch fuhr man auch mal mit dem Boot zum Fischen hinaus, hat jedoch leider keinen Fisch gefangen. Auch wurde eine Wanderung auf einen Aussichtspunkt gemacht. Der Weg glich zwar eher einem Bachbett, jedoch die Aussicht war wunderbar. Es hat einem jedoch noch mal ein wenig Überwindung gekostet als man einen etwa 20 cm breiten Felskamm überqueren musste. Am Abend hat man gesehen dass die Höhenangst nicht ganz unbegründet war, denn auf beiden Seiten war eine Felswand von nahezu 100 Metern…
Das nächste Ressort welches man besuchte war Manta Ray, wo sich gleich am Strand ein Reef befindet. Man brauchte nur einige Meter raus zu schwimmen und schon konnten Korallen und Fische beobachtet werden. Auf Manta Ray liess man es sich auch nicht nehmen wieder Tauchen zu gehen. Zuerst wurde jeweils im Tauchshop die Ausrüstung gefasst. Anschliessend wurde man mit einem kleinen Boot zu verschiedenen Reefs gebracht. Der einzige Wehrmutstropfen auf Manta Ray war, dass man mit 35 anderen Leuten im selben Raum untergebracht, und von den Mücken nahezu aufgefressen wurde…
Das nächste „Ressort“ war gleich auf der anderen Seite der Blauen Lagune. Einige werden sich wohl noch an den Film aus den Achzigern erinnern. Die Lagune trägt mittlerweile denselben Namen wie der Film. Diesmal wurde man in einem Hühnerstallähnlichen Hütte untergebracht. Die Hütte hatte ein Strohdach wie eigentlich die ursprünglichen Behausungen. Nur haben sie der Dichtigkeit des Hauses auch nicht mehr so getraut und zusätzlich noch eine Blache darüber geworfen. Als man im innern die Konstruktion der Hütte begutachtete hat auch dies nicht unbedingt Vertrauen erweckt…
Die nächste Bleibe war im Korovou Ressort. Vor allem das Hauptgebäude dort war hübsch gelegen, direkt am Strand auf einer Plattform. Leider war man auch dort wieder mit nahezu vierzig anderen zusammengepfercht worden. Auch das Wetter hatte umgeschlagen und annähernd vier Tage Dauerregen war angesagt. Dort hat man zufällig den Tauchinstruktor wieder angetroffen, welcher einem die Wetterlage erklärte. Sollte es die nächsten Tage nicht weiterregnen, werde sich ein Hurrikane formieren. Angesichts dieser Tatsache war man schon wieder froh sich dem Buch ein wenig intensiver als sonst zu widmen…
Zuletzt verbrachte man noch eine Nacht auf dem Wanataki Schiff. Dies ist ein Motorkatamaran auf welchem im Mitteldeck Betten aufgestellt worden sind. Diejenigen welche ein Doppelzimmer buchten, hatten einfach noch einen Vorhang dazwischen…
Unsereiner hat sich zum Abschluss noch mal zwei Tauchgänge gegönnt und ist am nächsten Tag vor dem immer noch schlechten Wetter auf die Hauptinsel geflüchtet.
Die Bilanz auf den Fiji Inseln. Es ist schön auch das mal gesehen zu haben. Jedoch stimmt das Preis – Leistungs – Verhältnis ganz bestimmt nicht. Wenn man den Unterkunftsstandart und auch die Essensqualität vergleicht. Mittlerweile kann man sich übrigens schon wieder in einem grösseren Radius um die Toiletten herum begeben…
Im ersten Ressort, welches übriges dem Dorf dort gehört, hat uns einer vom Staff voller stolz erklärt, sie bräuchten für die Betreibung der Anlage nur 25% der Einkünfte und der Rest komme dem Dorf zu Gute. Leider ist diese Anlage einer der Wenigen welche den Einheimischen gehört…
Die Preise wurden dem westlichen Standart angenähert, wenn man jedoch weiss dass eine ungelernte Arbeitskraft hier 15 Fiji $ pro Tag bekommt, so dünken einem die verlangten Preise doch ein wenig übertrieben, vor allem wenn man bedenkt welche Gegenleistung dafür zurückkommt. Als Tourist kommt man sich sehr oft als einen wandelnden Geldautomaten vor, was in den Augen der Einheimischen wahrscheinlich auch der Tatsache entspricht…

15 März 2007

Suedinsel erkundet






Als wir unsere Wäsche in Invercargill gewaschen hatten sind wir weiter gefahren nach Queenstown, wo wir gleich ein paar Tage geblieben sind. Natürlich haben wir uns auch eines dieser vielen Abenteuerangeboten herausgesucht. Wir sind Riverboarden gegangen. Ich für mich muss sagen, der Fluss war wirklich wild genug, es hat dabei auch ein paar Schlücke zu trinken gegeben…
Jedenfalls sind wir mehr als sieben Kilometer durch diese Schlucht herunter geboardet und auch heil unten angekommen. Im Anschluss an das Boarden hatte es eine Wasserrutsche wo wir uns in den Fluss herausschiessen lassen konnten. Auch hatte es ein Elastisches Seil, welches über der Mitte des Flusses angebunden war. So konnten wir uns damit in den Fluss hinausschiessen lassen und wurden jeweils vom Jetski aufgesammelt und an das Ufer zurückgebracht. Insgesamt ein Adrenalin hervorbringendes Abenteuer.
Anschliessend an Queenstown haben wir uns entschlossen nach Wanaka zu fahren und auch dort ein paar Tage zu bleiben. Dort haben wir Christina aus Deutschland wieder getroffen, welche ich schon in Wellington mit Markus zusammen kennen gelernt habe. Unter anderem haben wir mit ihr zusammen die Puzzleworld dort besucht. Unter anderem hat es dort einen Irrgarten, für welchen ein Durchschnittsbürger mindestens 90 Minuten braucht. In jeder Ecke hat es einen Turm welcher gefunden werden muss. Jeder Turm hat zusätzlich eine Farbe. Natürlich muss bei der Erkundung des Irrgartens eine Farbreihenfolge der Türme eingehalten werden, wobei sich der Aufenthalt im Irrgarten automatisch verlängert. Im Anschluss an den Irrgarten besuchten wir auch den Innenbereich des Puzzleworld, welcher mit äusserst bemerkenswerten optischen Täuschungen gefüllt ist.
Nachdem wir uns im Knobelbereich verweilt hatten, machten wir eine kurze Wanderung auf einen Aussichtberg, von welchem wir eine wunderbare Rundumsicht um Wanaka hatten…
Auch das Kino in Wanaka war einen Besuch wert. Es hat keine herkömmlichen Kinostühle. Nein, das Kino ist gefüllt mit Sofas. Sogar in einem alten Auto hätten wir Platz nehmen können.
Nach drei Tagen haben wir uns wieder von Christina bei einem Kaffee von Christina verabschiedet und sind an die Westküste aufgebrochen. Als erstes übernachteten gleich in Sichtweite des Foxglaciers. Der Glacier erreichten wir durch einen kurzen Spaziergang über einen Schotterweg. Den Weg legten wir in unseren Samoanischen Sicherheitsschuhen (Flip Flops) zurück, so werden diese Schuhe hier von den Einheimischen genannt…
Gleich 20 Kilometer weiter erreichten wir den Franz Josef Glacier, wohl der bekannteste der Gletscher hier in Neuseeland. Das erstaunlichste am Ganzen ist, dass diese beiden Gletscher fast bis auf Meereshöhe herunterreichen.
Weiter fuhren wir der traumhaften Westküste entlang Richtung Norden. Unterwegs bestaunten wir die Pancake Rocks, eine Felsformation welche eben wie aufeinander liegende Pfannkuchen aussehen. Dort hätte es auch noch spritzende Blowholes gegeben, aber da wir „zu“ gutes Wetter hatten war die See zu ruhig und wir mussten uns das Spritzen vorstellen. Die Gegend an der Westküste ist wirklich wunderbar. Erstaunlicherweise hatte es während dem ganzen Aufenthalt dort nicht geregnet, was bei 35 Sonnentagen im Jahr doch erstaunlich ist. Leider gibt es auch noch ein Tier dort, welches die Nerven ein wenig strapaziert, die Sandfliege. Ein wirklich kleines Tier welches auf unser Blut aus war. Die stechen nicht wie Mücken, nein die beissen. Wenn du dann zu kratzen beginnst, dann viel Spass damit…
Auf dem Weg nach Norden sind wir auch an der einzigen noch rentablen Goldmine vorbeigekommen. Diese Goldmine ist ein Familienbetrieb, und diese Leute unterhalten nebenbei noch ein Freilichtmuseum. Dort konnten wir die alten Tunnels und Gleisanlagen besichtigen. Der Berg sieht an gewissen Stellen schon fast aus wie ein Emmentalerkäse.
Sie holen das Gestein aus dem Berg heraus, zerstampfen es mit einer uralten Wasserbetriebenen Mühle und waschen den Goldstaub heraus. Leider ist es nicht so ergiebig, so bringen sie in sieben Tagen Arbeit à 9 Stunden kaum drei Unzen heraus, was ungefähr 600 Dollar ergibt…
Nachdem wir uns von der Westküste verabschiedeten, führte es uns weiter nach Nelson, der grössten Stadt in der nördlichen Südinsel. Nelson ist wunderschön am Meer gelegen inmitten von Weingütern. Zwei Nächte verbrachten wir dort, bevor wir beschlossen die Sounds des Nordens noch zu erkunden. Schlussendlich verschlug es uns in das Backpacker Hostel Hopewell. Knapp drei Stunden fuhren wir über eine kurvige Strasse um den Kenepuru Sound herum, bis wir schlussendlich das Hostel erreichten.
Direkt am Meer gelegen konnten wir die Umgebung mit dem Kajak erkunden. Wir begleiteten den Hostelbesitzer mit dem Boot zur Muschelernte. Im Hostel zurück wurden die Muscheln gleich gekocht und alle konnten so viele essen wie sie wollten. Ich persönlich habe mich mit drei Muschen und ein paar Austern begnügt. Übertreiben wollte ich es dann doch nicht. Jedoch waren sie besser denn je, frischer bekommt man sie wahrscheinlich nirgends!
Am Tag der Abreise von der Hopewell Lodge wollte sich Alex frühmorgens noch beim Wasserskilaufen versuchen. Berichten zu Folge hat er es auch geschafft und gar nicht mal so eine schlechte Figur gemacht. Draussen im Sound hat sich plötzlich noch eine Herde Delphine dazugesellt und der Hostelbetreiber am Steuer des Schiffes hat sofort seiner Frau in die Lodge angerufen. Diese hat sogleich alle wachen Gäste zusammengetrommelt und wir kamen zur einmaligen Gelegenheit die Herde beim jagen zu beobachten...
Nachdem wir schlussendlich gepackt hatten, machten wir uns mit etwas Verspätung auf den Rückweg nach Christchurch, was eine Fahrt von etwa acht Stunden bedeutete. Zurück in Christchurch wurden wir bereits von einem Abendessen erwartet und auch die Bleibe für die nächsten paar Tage war schon vorbereitet…
Die letzten Tage in Neuseeland wurden zusammen mit Alex und Susanne verbracht und auch die Weiterreise wurde ein wenig vorbereitet. Alex hat seinen Geburtstag gefeiert und Susanne hat sich von ihren Klassenkammeraden verabschiedet. Beides viel auf den Samstagabend und wurde kräftig gefeiert. Ab Tage vor meiner Abreise hat sich Val noch mal so richtig ins Zeug gelegt. Sie zauberte für uns ein Abendessen, welches nichts zu wünschen übrig liess. Am Tag danach brachten sie mich auf den Flughafen. Mein Inlandflug mit Zwischenlandung in Wellington brachte mich zurück nach Auckland, wo es am nächsten Morgen früh nach Nadi Fiji ging. Am Flughafen von Auckland wurde ich wieder mal als Verbrecher entlarvt! So wollte ich doch tatsächlich einen Regenschirm mit an Bord nehmen (welcher beim Inlandflug von Christchurch nach Auckland auch schon dabei war!). Sie haben mir diese gefährlichste aller Waffen auch abgenommen – zum Glück…

24 Februar 2007

Südinsel erkunden
















Mittlerweile sind wir schon wieder mehr als eine Woche unterwegs und haben mit unserem Subaru mehr als 2'000 km zurückgelegt. Zuerst fuhren wir von Christchurch südwärts nach Timaru, wo wir gleich zum ersten Mal unser nigelnagelneues Zelt ausprobierten. Nach einer relativ kalten Nacht hat sich herausgestellt, dass mein Australienschlafsack für diese Breitengrade definitiv untauglich ist. Mittlerweile schlafe ich auf einer Luftmatratze in zwei Schlafsäcken. Frühmorgens ist meistens nur noch die Nase eiskalt, was ja wirklich auszuhalten ist…
Nach Timaru haben wir uns entschieden zuerst Richtung Mount Cook zu fahren, was sich wettertechnisch als eine äusserst geschickte Entscheidung herausgestellt hatte. Auf dem Hochplateau um den Mount Cook und die angrenzenden stahlblauen Seen, waren mit Sonnenschein beglückt. Auf einem kleinen Campingplatz, beim Lake Alexandra, haben wir unser nächstes Nachtlager aufgeschlagen. Der Campingplatz war sehr klein, aber idyllisch neben dem Ausfluss des Sees gelegen. Auf die Toiletten musste das eigene Toilettenpapier mitgebracht werden und auch die Duschen hätten wir mit eigenem Wassersack versorgen müssen, was wir jedoch mangels diesem gelassen haben. Eingans des Platzes war eine Infotafel angebracht mit einer Kasse (?) unten, wo das Geld für die Übernachtung hineingeworfen werden sollte. Vielleicht haben wir das Geld am richtigen Ort eingeworfen, ansonsten wird sich bestimmt mal jemand über ein Trinkgeld freuen…
Nach dem Frühstück brachen wir auf zum Mount Cook und seinen Gletschern, vorbei am Lake Pukaki. Der Mount Cook Nationalpark ist 1986 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt worden. Der Nationalpark beherbergt 22 Dreitausender und einige leicht zugängliche Gletscher. Zuerst siegen wir zum Gletschersee des Tasman Glacier hinauf. Von dort hatten wir einen guten Ausblick auf den untersten Ausläufers des Gletschers, welcher an seiner tiefsten Stelle 600 m dick ist und an seinem breitesten Punkt eine Breite von 3 km aufweist.
Anschliessend fuhren wir ins Nachbartal, in welchem sich der Hooker Glacier befindet. Nach gut 90 Minuten erreichten wir über zwei Hängebrücken den Hooker Lake an der Westflanke des Mount Cook. Von dort aus hatten wir einen ausgezeichneten Blick auf diesen Gipfel, welcher mit 3754 m.ü.M Neuseelands höchster Berg ist.
An diesem Abend übernachteten wir in Oamaru, welches bereits wieder an der Küste liegt. Dort gibt es einige Gelbaugen-Pinguinkolonien. Wir haben in Stadtnähe auf der Halbinsel eine Kolonie gefunden, welche bei einem kurzen Spaziergang betrachtet werden konnte…
Nach dem Zeltabbau in Oamaru brachen wir auf Richtung Dunedin. Nach 40 km erreichten wir die grossen, grauen und beinahe kugelrunden Moeraki Boulders. Diese bis zu zwei Meter Durchmesser aufweisenden Felsen lagen einst tief in den Klippen der Brandung, welche in den letzten 60 Millionen Jahren vom Meer abgetragen wurden und diese Steine zum Vorschein brachte. Anschliessend wollten wir eigentlich noch ein paar Stunden den wunderbaren Tag am Strand geniessen. Jedoch machte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung. Wir wurden regelrecht gesandstrahlt. Nach einer halben Stunde resignierten wir und fuhren nach Dunedin.
Dunedin ist Neuseelands schottischste Stadt. Beruht der Name doch auf der gälischen Übersetzung von Edinburgh. Auch tragen einige Strassen und Viertel die selben Namen wie ihre Schwesterstadt im fernen Schottland.
Die Halbinsel vor der Stadt hatte einiges zu bieten, welches wir uns nicht entgehen lassen wollten. So bestaunten wir Neuseelands einziges Schloss, besuchten eine Brutstätte der Albatrosse, welche mit einer Flügelspannweite von bis zu 3.5 m einen äusserst imposanten Anblick geben. Zudem erkundeten wir ein Aquarium, wo unter anderem Seepferdchen zu sehen waren.
In Duniden befindet sich ausserdem die steilste Strasse der Welt (eben nicht in San Francisco). Die Strasse weisst eine Steigung von 19 Grad oder 1 : 2.66 auf. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen diese Strasse zu befahren…
Nach ein paar Tagen in Stadtnähe zog es uns weiter entlang der Catlins Coast nach Curio Bay. Auf dieser Strecke besuchten wir einige Naturschönheiten. Zuerst den Nugget Point. Dort ist ein Leuchtturm an ein Kap geklebt und rundum ruhen sich Seelöwen und Seeelefanten aus.
Eine schöne Fahrt am Wasser entlang führte uns weiter zu Jacks Bay. Dort beginnt ein Pfad vorbei an weidenden Schafen zu Jacks Blowhole, ein imposantes 55 Meter tiefes Loch, welches über 200 Meter mit dem Meer verbunden ist. Es entstand durch den Einsturz einer unterirdischen Höhle. Hoffen wir nur dass das Hölloch nicht einstürzt. Dieses Loch möchte ich persönlich nie sehen…
Gegen Abend erreichten wir unseren Übernachtungsort den Curio Bay Camping Ground. Dort konnten wir auf der einen Seite am Strand die Hector Delfine sehen. Die weltweit kleinste und seltenste Delphinart, welche ausschliesslich in Neuseeland vorkommt und von welchen es nur etwa 4000 Exemplare gibt. Auf der andern Seite des Platzes konnten wir wiederum vereinzelte Gelbaugenpinguine ausmachen. Auf dieser Seite befindet sich ausserdem ein Wald aus dem Jurazeitalter mit versteinerten Baumstümpfen und umgekippten Baumstämmen übersäht.
Nach einer ruhigen Nacht auf dem Zeltplatz fuhren wir zurück zu den Cathedral Caves, welche nur bei Ebbe zugänglich sind. Leider waren wir am Tage zuvor zu spät dort, so dass wir den Besuch dieser vom Meer über Jahrmillionen herausgearbeiteten Höhlen noch nachholen wollten.
Als nächstes führte es uns vorbei am Waipapa Point. Dem Südlichsten Punkt dem Südinsel Neuseelands, bevor es weiter ging nach Invercargill (weiss der Teufel wie man das ausspricht).
In Invercargill hatten wir erst mal unsere Wäsche zu waschen und legten dort deshalb einen grösseren Stopp ein.

16 Februar 2007

Christchurch












Bei einer Fährenfahrt im Hafen von Auckland haben wir zwei relativ auffällige Jachten gesichtet. Es hat sich herausgestellt, dass es sich um das Segelteam Neuseeland gehandelt hat, welches beim Amerikas Cup dem Schweizer Team Alinghi den Pokal streitig machen will. Wir haben uns natürlich nicht davon abhalten lassen die Boote von der Nähe zu betrachten…
Kurz darauf hat man sich Ende Januar vom Isenthaler Reisegspänli verabschieden müssen. Kaum zu glauben wie schnell ein paar Wochen beim Reisen vergehen können. Insgesamt haben wir auf der Nordinsel 5'000 km mit unserem Mietwagen zurückgelegt und meines Erachtens die sehenswertesten Orte ausgekundschaftet…
Nach einem kurzen Flug von Auckland nach Christchurch ist man am Flughafen vom Bruder, Susanne aus Davos und der Homemother Val abgeholt worden. Da man sich diesmal auf einem Inlandflug befand, musste man das Gepäck diesmal nicht durchleuchten lassen, was einem mindestens eine halbe Stunde weniger Flughafen beschert hatte…
Nachdem man sich im neuen Zuhause einwenig eingenistet hatte wurde gleich zum Abendessen gerufen, welches gleich in der Unterkunft bei Val inbegriffen ist. Jedenfalls verhungern müssen wir nicht, denn sie meint es immer sehr gut mit uns. Gleich nach der Ankunft haben wir uns mehr oder weniger intensiv nach einem Auto umgesehen. Zuerst wurden mal mit Val die Ortsansässigen Gebrauchtwagenhändler abgeklappert, um eine Vorstellung der Preise zu erhalten. Schlussendlich haben wir jedoch eine Auktionsfirma gefunden, bei welcher Leute Autos verkaufen, welche dringend Geld benötigen http://www.turners.co.nz/ . Zweimal die Woche werden die ausgestellten Autos versteigert. Wir hatten die Qual der Wahl aus über 50 Autos. Schlussendlich konnten wir uns vor der Auktion auf zwei Favoriten festlegen und den Einen können wir nun unser Eigen nennen.
Kurz nach dem Kauf das nächste Problem. Wie kommt man zu einer Versicherung. Nachdem Val für uns herumtelefonierte, fanden wir heraus, dass es gar nicht so einfach ist eine Versicherung zu finden. Von acht Versicherungen waren gerade mal zwei bereit einen blöden Touristen zu versichern. Die eine wollte gleich 4x soviel verlangen wie Val bezahlt. Nach einer weiteren Telefonrunde haben wir eine akzeptable Versicherung gefunden, welche den Betrag gleich der Kreditkarte belastet hat. Leider wissen wir erst nach dem Eintreffen der Kreditkartenabrechnung wie unsere Versicherungsgesellschaft heisst, da es mit dem versprochenen Bestätigungsmail wieder mal nicht geklappt hat…
Anfangs Februar war hier in Neuseeland ein verlängertes Wochenende wegen des Nationalfeiertages. Diese Gelegenheit haben wir genutzt und sind mit Val von Christchurch nach Kaikoura gefahren, wo sie einen Wohnwagen besitzt. Kaikoura ist ein typisches Touristendorf http://www.kaikoura.co.nz/ . Am ersten Tag sind wir um eine Halbinsel gelaufen wo sich Seelöwen an Land an der Sonne ausruhten. Ausserdem haben wir einen Pinguin angetroffen, welcher sich für uns in verschiedene Posen stellte. Val hat diese Wanderung schon dutzende Male gemacht, jedoch dort noch nie einen Pinguin angetroffen…
In Kaikaora gibt es dutzende Möglichkeiten um die dortigen Meeresbewohner zu beobachten. Mein Bruder Alex und Susanne fuhren auf das Meer um die Wale zu sehen, während ich es vorzog mit den Seelöwen zu schwimmen http://www.sealswimkaikoura.co.nz/ . Eine aussergewöhnliche Gelegenheit diese Meeressäuger in ihrem Element zu erleben. An Land wirken sie sehr träge, während sie sich im Wasser geradezu elegant verhalten. Die Meisten haben sich von den Besuchern überhaupt nicht stören lassen, während sich einige äusserst neugierig verhielten und die Schnorchler genau unter die Lupe nahmen und so nur mit sehr geringem Abstand vorbeischwammen...
Am Abend trafen drei Schweizer ein, welche an der selben Schule wie Alex und Susanne, ihre Englischkenntnisse vertiefen. Am Lagerfeuer haben wir uns mit Vals Freundin Elaine natürlich in Englisch unterhalten und dabei auch das eine oder andere Wort von Val übersetzen lassen. Val war mit einem Österreicher verheiratet und hat zwei Jahre dort gelebt. Daher kann sie jeweils weiterhelfen wenn ein Wort verloren gegangen ist und die Konversation kann ohne einen Diktionär weitergeführt werden…
Insgesamt war es ein tolles Wochenende in Kaikoura, welches wir bestimmt in Erinnerung behalten werden. Vielleicht werden wir auf der Erkundung der Südinsel dort noch einen Zwischenstop einlegen…
Ich wünsche allen eine angenehme Fasnacht und geniesst sie!

22 Januar 2007

Wellington und zurück nach Auckland













Wellington liegt am südlichen Ende der Nordinsel, in einem natürlichen Hafenbecken gelegen. Die Temperatur war angenehm um die 20 Grad. Nur fegte immer ein relativ starker Wind durch die Stadt, welcher uns dazu zwang etwas wärmere Kleidung zu tragen. Als erstes besuchten wir das sehr moderne Nationalmuseum Te Papa, welches 1998 eröffnet wurde. Dort gibt es unter anderem sehr interessante Ausstellungen über die besonders hier in Neuseeland allgegenwärtigen Naturgewalten zu sehen. Insbesondere werden Erdbeben und vulkanische Aktivitäten ausführlich erklärt. In Wellington sind Erdbeben ein sehr zentrales Thema, da mitten durch die Stadt zwei Erdplatten aufeinander treffen und somit Erdbeben keine Seltenheit sind.
Ausserdem besuchten wir das Regierungsviertel und nahmen dort an einer Führung durch das Parlament teil. Der Regierungssitz befindet sich im so genannten Bienenstock. Dieser wird im Volksmund nicht etwa wegen den emsig arbeitenden Regierungsbeamten Bienenstock genannt, sondern mehr seiner Form wegen. Insgesamt eine interessante Sache so eine Führung, nur sollte es doch möglich sein auch einmal die Zeit zu finden im Heimatland an einer solchen teilzunehmen…
Am Abend liessen wir es uns nicht nehmen auch das Nachtleben der Stadt ein bisschen kennen zu lernen. Wir fanden schliesslich ein paar ganz hübsche Pubs in welchen teilweise Live Music gespielt wurde. Gleich nebenan wurde ein Film gedreht. Leider war es relativ gut abgesperrt, so dass wir nicht, wie andere mir bekannte, durch das Bild huschen konnten…
Am Abend fanden wir uns schlussendlich in unserer Unterkunft
www.lodgeinthecity.co.nz ein, welche wirklich super Zentral gelegen ist.
Die nächste Etappe führte uns nach Ohakune, welches sich 35 km südlich vom Tongariro Nationalpark befindet. In diesem Nationalpark befinden sich eine Reihe von Vulkanen. Unter anderen der Mount Ruapehu mit seinen 2797 m der höchste Vulkan Neuseelands. Am Abend unserer Ankunft deckten wir uns im örtlichen Supermarkt noch mit ein paar Lebensmitteln ein. Als ich mich mitten im Supermarkt zwischen den Gestellen befand, begannen sie plötzlich zu schaukeln und ein paar Gegenstände fielen daraus zu Boden. Damit war das erste Erdbeben in Neuseeland für mich auch überstanden. Am Abend erfuhren wir dann im Fernsehen, dass es eine Intensität von 5.7 hatte. Wie weit entfernt jedoch das Epizentrum konnten wir leider nicht herausfinden…
Am nächsten Morgen fuhren wir in Richtung Nationalpark um die Vulkane von der Nähe zu betrachten. Als wir aufbrachen wussten wir jedoch noch nicht, dass wir sie aus dem Flugzeug von Oben betrachten würden. Im für drei Passagiere gebauten wirklich kleinen Flugzeug, starteten wir aus einer Rasenpiste in die Lüfte. Die Aussicht war überwältigend, vor allem da im Gegensatz zum Vortag, als die Bergspitzen in Wolken gehüllt waren, weit und breit keine Wolken zu sehen waren. So flogen wir über die zahlreichen Krater und schlussendlich über die Spitze des Mount Ruapehu welcher 1995 und 1996 zum letzten Mal ausgebrochen war. Wir wunderten uns dann noch über einen am Kraterrand gelandeten Helikopter. Am Abend in den News wurden wir jedoch aufgeklärt. Anscheinend ist der um die 35 Grad warme Kratersee mitten im Eis (!) kurz vor dem überlaufen, was alle paar Jahre vorkomme…
Nach dem Flug fuhren wir in das von oben begutachtete bestbesuchte Skigebiet Neuseelands an den Flanken des Mount Ruapehu. Erstaunlich ist nur, dass sich dieses Gebiet in einem Nationalpark befindet…
Als nächstes fuhren wir zum aus der Luft in weiter ferne gesehenen Mount Egmont / Taranaki, welcher letztmals 1755 ausgebrochen war. Eigentlich wäre dieser Berg Luftlinie nur etwa 100 Km entfernt gewesen. Aber da hierzulande nicht überall Strassen gebaut werden, fuhren wir einen Umweg von mehr als 200 km bis wir am Rande dieses Berges ankamen: Leider war uns Petrus diesmal nicht so wohlgesinnt und wir konnten die Höhe nur erahnen. Anscheinend ist dies jedoch keine Seltenheit, denn die Einheimischen pflegen zu sagen: Wenn man den Berg sehen kann, wird es wahrscheinlich regen, und wenn man ihn nicht sehen kann, regnet es schon…
Nachdem wir das Visitor Center im Nationalpark um den Mount Taranaki besucht hatten, fuhren wir nordwärts nach Otoranga, welches sich in unmittelbarer Nähe der Waitomo Höhlen befindet. Dort fanden wir ein kleines Hostel in welchem wir uns für die Nacht niederliessen. Nach einer geruhsamen Nacht besuchten wir das bekannte Kiwi House des Ortes
www.kiwihouse.org.nz . Dort konnten wir die Nachtaktiven Kiwis erstmals bestaunen. Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass wir in den letzten knapp 5 Wochen noch keine Kiwis erspähen konnten, da 99 Prozent der Neuseeländer noch nie einen Freilebenden erblickt haben. Da die Kiwis 20 Stunden am Tage schlafen haben sie für die Besucher 2 Gruppen Kiwis in einem Nachttierhaus eingerichtet. Eine für den Morgen und eine für den Nachmittag. Es kann ja nicht sein dass diese Tiere für die Museumsbesucher Überstunden schieben müssen und diese dann Tageweise in Form von Ferien einziehen müssen…
Ein interessantes Tier mit der Grösse eines Huhnes ohne Schwanz. Rastlos ist der Kiwi im Gehege umhergelaufen und hat mit dem Schnabel den Boden nach essbarem durchwühlt. Kein Wunder, dass er nach 4 Stunden eine Pause einlegen muss. Interessant sind auch die Eier. Mit der Grösse eines Strausseneies vergleichbar, hat der Kiwi das grösste Ei verglichen mit seiner Körpergrösse.
Anschiessend fuhren wir zu den bekannten Waitomo Höhlen. Diese Höhlen sind gleich entstanden wie das Hölloch. Nur führen sie keine ähnlichen Hochwasser und sind somit das ganze Jahr über zugänglich. Ausserdem leben in diesen Höhlen haufenweise Glühwürmchen, welche wie Sterne, am Schluss bei einer kurzen Bootsfahrt, bestaunt werden konnten.
Mittlerweile sind wir in Rotorua, dem letzten Zwischenhalt vor Auckland eingetroffen. Rotorua ist bekannt für seine heissen Quellen. Praktisch jede Unterkunft hat in irgendwelcher Form einen kleinen Pool mit heilendem Nass darin. Zuerst muss man sich jedoch an die Duftnote der Stadt gewöhnen. Der aus natürlichen Öffnungen in der Erdkruste aufsteigende Schwefelwasserstoff sorgt dafür, dass ein Geruch von faulen Eiern in der Luft liegt, welcher nach ein paar Stunden jedoch kaum mehr wahrgenommen wird. Gewöhnungsbedürftig ist es trotzdem…

14 Januar 2007

Nordinsel erkunden








Nach dem Nordkap hiess es erstmal wieder Richtung Auckland zurückzufahren. Anschliessend erkundeten wir die Halbinsel von Coromandel. Obwohl die Strassen immer wieder an Passstrassen erinnerten kamen wir ziemlich flott vorwärts, sodass wir gegen Mittag die „Stadt“ Coromandel erreichten. Mittlerweile haben wir etwa drei bis vier Typen Städte ausfindig machen können. Die kleinste dieser Formen ist eine Siedlung mit einem Laden, einem Pup und Tankstelle. Die nächst grössere Form hat jeweils schon eine kleine Einkaufsstrasse und einen MC Donalds. Sobald wir in einen Vorort gefahren sind und einen MC Drive angetroffen haben, konnte bereits mit zwei Einkaufsstrassen gerechnet werden…
Auf der Coromandel Halbinsel sind wir auch schon auf die ersten vulkanisch Aktiven Stellen gestossen. Dort gibt es einen Beach auf welchem bei Ebbe ein kleines Loch gebuddelt werden muss, welches sich mit Wasser füllt. Da der Sand dort heiss ist kann man gemütlich in einem kleinen Pool ein warmes Bad nehmen. Wir haben jedoch auch an den eigenen Füssen festgestellt, dass der Sand teilweise so heiss war, dass wir fluchtartig den Platz wechselten. Auf diesem Streifen von etwa fünfzig Meter Beach haben sich bestimmt um die hundert Personen mit Schaufel bewaffnet eingefunden um in warmem Wasser zu planschen…
Die nächsten Tage verbrachten wir in der Umgebung von Taupo, wo vulkanische Stätten haufenweise vorhanden sind. Auf dem Weg nach Taupo kamen wir an einem Krater einer Goldmine vorbei welche 1987 wieder reaktiviert wurde. Dort holen sie mit schwerem Gerät jede Woche Gold im Wert von einer Million heraus…
Unter anderem haben wir in der Umgebung von Taupo das Waimangu Volcanic Valley
www.waimangu.co.nz besucht. Waimangu ist nicht nur eines der jüngsten Thermalgebiete der Welt, sondern auch das grösste und vegetationsreichste Neuseelands. Dort konnten wir dem an einem Flüsschen entlang führenden Spazierweg folgen und verschiedene vulkanische Aktivitäten bestaunen. Seit dem letzten grossen Ausbruch von 1886 regeneriert sich das ganze Tal wieder und erscheint schon recht grün. Dieser Prozess wird jedoch regelmässig von kleineren Eruptionen unterbrochen, darunter ein Ausbruch, bei dem 1917 der Kratersee Frying Pan Lake geschaffen wurde, mit 100 m Durchmesser der grösste Heisswassersee der Welt. Am Weg lagen noch weitere für diese Gegend ganz gewöhnliche Dampfbecken und fauchende Erdspalten sowie ein schlammiges Bassin, aus dem der inzwischen nicht mehr existierende Waimangu Geysir von 1900 bis 1904 regelmässig seine mit Felsbrocken und Schlamm garnierte Wassersäule sage und schreibe 400 m in die Höhe spie. Für uns war dies eine eindrückliche kleine Wanderung, welche uns zum ersten Male die Kraft vulkanischer Aktivitäten vor Augen führte…
In Taupo besuchten wir am Tage darauf die etwas in die Jahre gekommenen Heissen Quellen. Dort konnten wir uns mit den anderen Touristen in über 40 Grad warmes Wasser setzten, um nach einigen Minuten in das scheinbar zapfenkalte Becken nebenan zu wechseln. Am Abend trafen wir uns mit einem englischen Pärchen, welches ich bei der Segeltour in Australien kennen lernte. Im Camper sitzend, bei etwas Schauer, feierten wir den Geburtstag von Diana und weihten die Engländer auch etwas in die Schweizer Kultur ein…
Am nächsten Morgen machten wir uns Startklar um pünktlich um 10.15 Uhr in Wai-O-Tapu einzutreffen. Dort wollten wir den Geysir Lady-Knox in Aktion sehen. Jeden Morgen um 10.15 Uhr wird dieser künstlich zum Ausbruch gebracht. Nach dem Kauf der Eintrittskarte am Haupteingang ging es ca. 1 km über die Landstrasse zurück zum Geysir, wo die Besucher in den eng geschlossenen Bankreihen Platz nahmen. Pünktlich und nach Plan schüttete sodann ein Verantwortlicher ein Paket Waschpulver in die Erdöffnung. Innerhalb weniger Minuten wurde die Oberflächenspannung des Wassers durch die Seife herabgesetzt und eine überhitzte Mischung aus Wasser und Dampf wurde in Form eines Strahls freigegeben, der anfangs auf rund 10 m anstieg und sich dann rund eine Stunde lang etwa auf halber Höhe einpendelte. Mit uns hatten sich rund tausend Besucher eingefunden um diesem Spektakel zu folgen. Aber wir haben nun mal einen Geysir gesehen!
Anschliessend an dieses Schauspiel fuhren wir los in Richtung Napier. Wirklich schöne Landschaften wurden durchquert vorbei an tausenden von grasenden Schafen oder eben „Fräschästä“ (Zitat Alpenröslers Kaspers Mario). Von den etwa 250 km waren ungefähr 97 km Schotterpiste und dementsprechend auch die Fahrgeschwindigkeit. Nahezu sechs Stunden waren wir unterwegs. Jedenfalls beschlossen wir am nächsten Tag einmal nicht selbst zu fahren und buchten eine halbtägige Weintour. Bei vier Winzern konnten wir die Weine ausprobieren, jedenfalls deckten wir uns gleich noch mit ein paar Flaschen auf den weiteren Weg ein.
Am folgenden Tag stand ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm. Wir besuchten den Platz mit dem weltweit längsten Namen. Vor dem lesen empfiehlt es sich tief Luft zu holen.
Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu
Dieser Name bedeutet „Die Kuppe des Hügels, auf dem Tamatea, der rund um das Land gesegelt war, seiner Liebsten auf der Flöte spielte.“ Auf welcher Flöte Tamatea dort gespielt hat ist nicht genauer umschrieben worden…
Jedenfalls fuhren wir auch dort wieder ein paar Stunden durch die Gegend und haben neben Frässchästen auch wieder Kühe beim grasen gesehen. Wir haben uns mittlerweile auch schon gefragt was die Neuseelandianer mit all diesen Tieren anstellen.
Heute der 90. Tag meiner Reise!
Heute fuhren wir zum Cape Palliser. Dies ist der südlichste Punkt der Nordinsel. Eine relativ karge Gegend. Wieder mit ein paar Kilometern Schotterpiste unterwegs. Bevor wir zum Leuchtturm gelangten stiegen wir über 250 Stufen eine Holztreppe hinauf. Aber es hatte sich gelohnt, die Aussicht war überwältigend. Am späten Nachmittag sind wir nun in Wellington, der Hauptstadt Neuseeland eingetroffen und sie wartet darauf erkundet zu werden!

06 Januar 2007

Start in New Zealand geglückt






Am 2. Januar war der nächste planmässige Flug angesagt. Wir flogen nach Neuseeland oder besser gesagt nach Auckland. Dort haben wir uns für kurze Zeit im YHA International niedergelassen um einen Mietwagen zu organisieren und die Stadt ein wenig zu erkunden. Natürlich waren wir auch auf dem Fernsehturm, auf welchem eine atemberaubende Aussicht zu geniessen ist. Wir haben uns gefragt wieso in der Schweiz kein derartiges Bauwerk anzutreffen ist. Die Touristen würden bestimmt darauf fliegen!
Am 4. Januar nahmen wir unseren Mietwagen in Empfang und düsten los in Richtung Nordkap (von Neuseeland). Die Landschaft und das Wetter erinnern ein wenig an Nordeuropa. Es sind Tannen und hügelige Landschaften anzutreffen. An der Westküste zog ein kalter Wind vom Meer her landeinwärts und somit waren wir seit langem wieder einmal auf einen Pullover angewiesen…
Auf dem Weg zum Nordkap kamen wir vorbei an den ältesten Bäumen Neuseelands. Mit ihrem Alter von mehr als 2000 Jahren und einer Höhe von fast 52 Meter war es doch ein eindrücklicher Anblick.
Gestern haben wir den Weg auf die etwa 90 Kilometer lange Halbinsel rauf zum Kap unter die Räder genommen. Vorbei ging es an den über 200 Meter hohen Sanddünen, wo man auch Sandborden konnte, bevor die Aussicht am Kap genossen wurde. Dort wurde uns erst richtig bewusst, dass wir am anderen Ende der Welt sind. 18'000 Kilometer weit weg von zu Hause…