Weltreise

24 Februar 2007

Südinsel erkunden
















Mittlerweile sind wir schon wieder mehr als eine Woche unterwegs und haben mit unserem Subaru mehr als 2'000 km zurückgelegt. Zuerst fuhren wir von Christchurch südwärts nach Timaru, wo wir gleich zum ersten Mal unser nigelnagelneues Zelt ausprobierten. Nach einer relativ kalten Nacht hat sich herausgestellt, dass mein Australienschlafsack für diese Breitengrade definitiv untauglich ist. Mittlerweile schlafe ich auf einer Luftmatratze in zwei Schlafsäcken. Frühmorgens ist meistens nur noch die Nase eiskalt, was ja wirklich auszuhalten ist…
Nach Timaru haben wir uns entschieden zuerst Richtung Mount Cook zu fahren, was sich wettertechnisch als eine äusserst geschickte Entscheidung herausgestellt hatte. Auf dem Hochplateau um den Mount Cook und die angrenzenden stahlblauen Seen, waren mit Sonnenschein beglückt. Auf einem kleinen Campingplatz, beim Lake Alexandra, haben wir unser nächstes Nachtlager aufgeschlagen. Der Campingplatz war sehr klein, aber idyllisch neben dem Ausfluss des Sees gelegen. Auf die Toiletten musste das eigene Toilettenpapier mitgebracht werden und auch die Duschen hätten wir mit eigenem Wassersack versorgen müssen, was wir jedoch mangels diesem gelassen haben. Eingans des Platzes war eine Infotafel angebracht mit einer Kasse (?) unten, wo das Geld für die Übernachtung hineingeworfen werden sollte. Vielleicht haben wir das Geld am richtigen Ort eingeworfen, ansonsten wird sich bestimmt mal jemand über ein Trinkgeld freuen…
Nach dem Frühstück brachen wir auf zum Mount Cook und seinen Gletschern, vorbei am Lake Pukaki. Der Mount Cook Nationalpark ist 1986 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt worden. Der Nationalpark beherbergt 22 Dreitausender und einige leicht zugängliche Gletscher. Zuerst siegen wir zum Gletschersee des Tasman Glacier hinauf. Von dort hatten wir einen guten Ausblick auf den untersten Ausläufers des Gletschers, welcher an seiner tiefsten Stelle 600 m dick ist und an seinem breitesten Punkt eine Breite von 3 km aufweist.
Anschliessend fuhren wir ins Nachbartal, in welchem sich der Hooker Glacier befindet. Nach gut 90 Minuten erreichten wir über zwei Hängebrücken den Hooker Lake an der Westflanke des Mount Cook. Von dort aus hatten wir einen ausgezeichneten Blick auf diesen Gipfel, welcher mit 3754 m.ü.M Neuseelands höchster Berg ist.
An diesem Abend übernachteten wir in Oamaru, welches bereits wieder an der Küste liegt. Dort gibt es einige Gelbaugen-Pinguinkolonien. Wir haben in Stadtnähe auf der Halbinsel eine Kolonie gefunden, welche bei einem kurzen Spaziergang betrachtet werden konnte…
Nach dem Zeltabbau in Oamaru brachen wir auf Richtung Dunedin. Nach 40 km erreichten wir die grossen, grauen und beinahe kugelrunden Moeraki Boulders. Diese bis zu zwei Meter Durchmesser aufweisenden Felsen lagen einst tief in den Klippen der Brandung, welche in den letzten 60 Millionen Jahren vom Meer abgetragen wurden und diese Steine zum Vorschein brachte. Anschliessend wollten wir eigentlich noch ein paar Stunden den wunderbaren Tag am Strand geniessen. Jedoch machte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung. Wir wurden regelrecht gesandstrahlt. Nach einer halben Stunde resignierten wir und fuhren nach Dunedin.
Dunedin ist Neuseelands schottischste Stadt. Beruht der Name doch auf der gälischen Übersetzung von Edinburgh. Auch tragen einige Strassen und Viertel die selben Namen wie ihre Schwesterstadt im fernen Schottland.
Die Halbinsel vor der Stadt hatte einiges zu bieten, welches wir uns nicht entgehen lassen wollten. So bestaunten wir Neuseelands einziges Schloss, besuchten eine Brutstätte der Albatrosse, welche mit einer Flügelspannweite von bis zu 3.5 m einen äusserst imposanten Anblick geben. Zudem erkundeten wir ein Aquarium, wo unter anderem Seepferdchen zu sehen waren.
In Duniden befindet sich ausserdem die steilste Strasse der Welt (eben nicht in San Francisco). Die Strasse weisst eine Steigung von 19 Grad oder 1 : 2.66 auf. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen diese Strasse zu befahren…
Nach ein paar Tagen in Stadtnähe zog es uns weiter entlang der Catlins Coast nach Curio Bay. Auf dieser Strecke besuchten wir einige Naturschönheiten. Zuerst den Nugget Point. Dort ist ein Leuchtturm an ein Kap geklebt und rundum ruhen sich Seelöwen und Seeelefanten aus.
Eine schöne Fahrt am Wasser entlang führte uns weiter zu Jacks Bay. Dort beginnt ein Pfad vorbei an weidenden Schafen zu Jacks Blowhole, ein imposantes 55 Meter tiefes Loch, welches über 200 Meter mit dem Meer verbunden ist. Es entstand durch den Einsturz einer unterirdischen Höhle. Hoffen wir nur dass das Hölloch nicht einstürzt. Dieses Loch möchte ich persönlich nie sehen…
Gegen Abend erreichten wir unseren Übernachtungsort den Curio Bay Camping Ground. Dort konnten wir auf der einen Seite am Strand die Hector Delfine sehen. Die weltweit kleinste und seltenste Delphinart, welche ausschliesslich in Neuseeland vorkommt und von welchen es nur etwa 4000 Exemplare gibt. Auf der andern Seite des Platzes konnten wir wiederum vereinzelte Gelbaugenpinguine ausmachen. Auf dieser Seite befindet sich ausserdem ein Wald aus dem Jurazeitalter mit versteinerten Baumstümpfen und umgekippten Baumstämmen übersäht.
Nach einer ruhigen Nacht auf dem Zeltplatz fuhren wir zurück zu den Cathedral Caves, welche nur bei Ebbe zugänglich sind. Leider waren wir am Tage zuvor zu spät dort, so dass wir den Besuch dieser vom Meer über Jahrmillionen herausgearbeiteten Höhlen noch nachholen wollten.
Als nächstes führte es uns vorbei am Waipapa Point. Dem Südlichsten Punkt dem Südinsel Neuseelands, bevor es weiter ging nach Invercargill (weiss der Teufel wie man das ausspricht).
In Invercargill hatten wir erst mal unsere Wäsche zu waschen und legten dort deshalb einen grösseren Stopp ein.

16 Februar 2007

Christchurch












Bei einer Fährenfahrt im Hafen von Auckland haben wir zwei relativ auffällige Jachten gesichtet. Es hat sich herausgestellt, dass es sich um das Segelteam Neuseeland gehandelt hat, welches beim Amerikas Cup dem Schweizer Team Alinghi den Pokal streitig machen will. Wir haben uns natürlich nicht davon abhalten lassen die Boote von der Nähe zu betrachten…
Kurz darauf hat man sich Ende Januar vom Isenthaler Reisegspänli verabschieden müssen. Kaum zu glauben wie schnell ein paar Wochen beim Reisen vergehen können. Insgesamt haben wir auf der Nordinsel 5'000 km mit unserem Mietwagen zurückgelegt und meines Erachtens die sehenswertesten Orte ausgekundschaftet…
Nach einem kurzen Flug von Auckland nach Christchurch ist man am Flughafen vom Bruder, Susanne aus Davos und der Homemother Val abgeholt worden. Da man sich diesmal auf einem Inlandflug befand, musste man das Gepäck diesmal nicht durchleuchten lassen, was einem mindestens eine halbe Stunde weniger Flughafen beschert hatte…
Nachdem man sich im neuen Zuhause einwenig eingenistet hatte wurde gleich zum Abendessen gerufen, welches gleich in der Unterkunft bei Val inbegriffen ist. Jedenfalls verhungern müssen wir nicht, denn sie meint es immer sehr gut mit uns. Gleich nach der Ankunft haben wir uns mehr oder weniger intensiv nach einem Auto umgesehen. Zuerst wurden mal mit Val die Ortsansässigen Gebrauchtwagenhändler abgeklappert, um eine Vorstellung der Preise zu erhalten. Schlussendlich haben wir jedoch eine Auktionsfirma gefunden, bei welcher Leute Autos verkaufen, welche dringend Geld benötigen http://www.turners.co.nz/ . Zweimal die Woche werden die ausgestellten Autos versteigert. Wir hatten die Qual der Wahl aus über 50 Autos. Schlussendlich konnten wir uns vor der Auktion auf zwei Favoriten festlegen und den Einen können wir nun unser Eigen nennen.
Kurz nach dem Kauf das nächste Problem. Wie kommt man zu einer Versicherung. Nachdem Val für uns herumtelefonierte, fanden wir heraus, dass es gar nicht so einfach ist eine Versicherung zu finden. Von acht Versicherungen waren gerade mal zwei bereit einen blöden Touristen zu versichern. Die eine wollte gleich 4x soviel verlangen wie Val bezahlt. Nach einer weiteren Telefonrunde haben wir eine akzeptable Versicherung gefunden, welche den Betrag gleich der Kreditkarte belastet hat. Leider wissen wir erst nach dem Eintreffen der Kreditkartenabrechnung wie unsere Versicherungsgesellschaft heisst, da es mit dem versprochenen Bestätigungsmail wieder mal nicht geklappt hat…
Anfangs Februar war hier in Neuseeland ein verlängertes Wochenende wegen des Nationalfeiertages. Diese Gelegenheit haben wir genutzt und sind mit Val von Christchurch nach Kaikoura gefahren, wo sie einen Wohnwagen besitzt. Kaikoura ist ein typisches Touristendorf http://www.kaikoura.co.nz/ . Am ersten Tag sind wir um eine Halbinsel gelaufen wo sich Seelöwen an Land an der Sonne ausruhten. Ausserdem haben wir einen Pinguin angetroffen, welcher sich für uns in verschiedene Posen stellte. Val hat diese Wanderung schon dutzende Male gemacht, jedoch dort noch nie einen Pinguin angetroffen…
In Kaikaora gibt es dutzende Möglichkeiten um die dortigen Meeresbewohner zu beobachten. Mein Bruder Alex und Susanne fuhren auf das Meer um die Wale zu sehen, während ich es vorzog mit den Seelöwen zu schwimmen http://www.sealswimkaikoura.co.nz/ . Eine aussergewöhnliche Gelegenheit diese Meeressäuger in ihrem Element zu erleben. An Land wirken sie sehr träge, während sie sich im Wasser geradezu elegant verhalten. Die Meisten haben sich von den Besuchern überhaupt nicht stören lassen, während sich einige äusserst neugierig verhielten und die Schnorchler genau unter die Lupe nahmen und so nur mit sehr geringem Abstand vorbeischwammen...
Am Abend trafen drei Schweizer ein, welche an der selben Schule wie Alex und Susanne, ihre Englischkenntnisse vertiefen. Am Lagerfeuer haben wir uns mit Vals Freundin Elaine natürlich in Englisch unterhalten und dabei auch das eine oder andere Wort von Val übersetzen lassen. Val war mit einem Österreicher verheiratet und hat zwei Jahre dort gelebt. Daher kann sie jeweils weiterhelfen wenn ein Wort verloren gegangen ist und die Konversation kann ohne einen Diktionär weitergeführt werden…
Insgesamt war es ein tolles Wochenende in Kaikoura, welches wir bestimmt in Erinnerung behalten werden. Vielleicht werden wir auf der Erkundung der Südinsel dort noch einen Zwischenstop einlegen…
Ich wünsche allen eine angenehme Fasnacht und geniesst sie!