Weltreise

15 März 2007

Suedinsel erkundet






Als wir unsere Wäsche in Invercargill gewaschen hatten sind wir weiter gefahren nach Queenstown, wo wir gleich ein paar Tage geblieben sind. Natürlich haben wir uns auch eines dieser vielen Abenteuerangeboten herausgesucht. Wir sind Riverboarden gegangen. Ich für mich muss sagen, der Fluss war wirklich wild genug, es hat dabei auch ein paar Schlücke zu trinken gegeben…
Jedenfalls sind wir mehr als sieben Kilometer durch diese Schlucht herunter geboardet und auch heil unten angekommen. Im Anschluss an das Boarden hatte es eine Wasserrutsche wo wir uns in den Fluss herausschiessen lassen konnten. Auch hatte es ein Elastisches Seil, welches über der Mitte des Flusses angebunden war. So konnten wir uns damit in den Fluss hinausschiessen lassen und wurden jeweils vom Jetski aufgesammelt und an das Ufer zurückgebracht. Insgesamt ein Adrenalin hervorbringendes Abenteuer.
Anschliessend an Queenstown haben wir uns entschlossen nach Wanaka zu fahren und auch dort ein paar Tage zu bleiben. Dort haben wir Christina aus Deutschland wieder getroffen, welche ich schon in Wellington mit Markus zusammen kennen gelernt habe. Unter anderem haben wir mit ihr zusammen die Puzzleworld dort besucht. Unter anderem hat es dort einen Irrgarten, für welchen ein Durchschnittsbürger mindestens 90 Minuten braucht. In jeder Ecke hat es einen Turm welcher gefunden werden muss. Jeder Turm hat zusätzlich eine Farbe. Natürlich muss bei der Erkundung des Irrgartens eine Farbreihenfolge der Türme eingehalten werden, wobei sich der Aufenthalt im Irrgarten automatisch verlängert. Im Anschluss an den Irrgarten besuchten wir auch den Innenbereich des Puzzleworld, welcher mit äusserst bemerkenswerten optischen Täuschungen gefüllt ist.
Nachdem wir uns im Knobelbereich verweilt hatten, machten wir eine kurze Wanderung auf einen Aussichtberg, von welchem wir eine wunderbare Rundumsicht um Wanaka hatten…
Auch das Kino in Wanaka war einen Besuch wert. Es hat keine herkömmlichen Kinostühle. Nein, das Kino ist gefüllt mit Sofas. Sogar in einem alten Auto hätten wir Platz nehmen können.
Nach drei Tagen haben wir uns wieder von Christina bei einem Kaffee von Christina verabschiedet und sind an die Westküste aufgebrochen. Als erstes übernachteten gleich in Sichtweite des Foxglaciers. Der Glacier erreichten wir durch einen kurzen Spaziergang über einen Schotterweg. Den Weg legten wir in unseren Samoanischen Sicherheitsschuhen (Flip Flops) zurück, so werden diese Schuhe hier von den Einheimischen genannt…
Gleich 20 Kilometer weiter erreichten wir den Franz Josef Glacier, wohl der bekannteste der Gletscher hier in Neuseeland. Das erstaunlichste am Ganzen ist, dass diese beiden Gletscher fast bis auf Meereshöhe herunterreichen.
Weiter fuhren wir der traumhaften Westküste entlang Richtung Norden. Unterwegs bestaunten wir die Pancake Rocks, eine Felsformation welche eben wie aufeinander liegende Pfannkuchen aussehen. Dort hätte es auch noch spritzende Blowholes gegeben, aber da wir „zu“ gutes Wetter hatten war die See zu ruhig und wir mussten uns das Spritzen vorstellen. Die Gegend an der Westküste ist wirklich wunderbar. Erstaunlicherweise hatte es während dem ganzen Aufenthalt dort nicht geregnet, was bei 35 Sonnentagen im Jahr doch erstaunlich ist. Leider gibt es auch noch ein Tier dort, welches die Nerven ein wenig strapaziert, die Sandfliege. Ein wirklich kleines Tier welches auf unser Blut aus war. Die stechen nicht wie Mücken, nein die beissen. Wenn du dann zu kratzen beginnst, dann viel Spass damit…
Auf dem Weg nach Norden sind wir auch an der einzigen noch rentablen Goldmine vorbeigekommen. Diese Goldmine ist ein Familienbetrieb, und diese Leute unterhalten nebenbei noch ein Freilichtmuseum. Dort konnten wir die alten Tunnels und Gleisanlagen besichtigen. Der Berg sieht an gewissen Stellen schon fast aus wie ein Emmentalerkäse.
Sie holen das Gestein aus dem Berg heraus, zerstampfen es mit einer uralten Wasserbetriebenen Mühle und waschen den Goldstaub heraus. Leider ist es nicht so ergiebig, so bringen sie in sieben Tagen Arbeit à 9 Stunden kaum drei Unzen heraus, was ungefähr 600 Dollar ergibt…
Nachdem wir uns von der Westküste verabschiedeten, führte es uns weiter nach Nelson, der grössten Stadt in der nördlichen Südinsel. Nelson ist wunderschön am Meer gelegen inmitten von Weingütern. Zwei Nächte verbrachten wir dort, bevor wir beschlossen die Sounds des Nordens noch zu erkunden. Schlussendlich verschlug es uns in das Backpacker Hostel Hopewell. Knapp drei Stunden fuhren wir über eine kurvige Strasse um den Kenepuru Sound herum, bis wir schlussendlich das Hostel erreichten.
Direkt am Meer gelegen konnten wir die Umgebung mit dem Kajak erkunden. Wir begleiteten den Hostelbesitzer mit dem Boot zur Muschelernte. Im Hostel zurück wurden die Muscheln gleich gekocht und alle konnten so viele essen wie sie wollten. Ich persönlich habe mich mit drei Muschen und ein paar Austern begnügt. Übertreiben wollte ich es dann doch nicht. Jedoch waren sie besser denn je, frischer bekommt man sie wahrscheinlich nirgends!
Am Tag der Abreise von der Hopewell Lodge wollte sich Alex frühmorgens noch beim Wasserskilaufen versuchen. Berichten zu Folge hat er es auch geschafft und gar nicht mal so eine schlechte Figur gemacht. Draussen im Sound hat sich plötzlich noch eine Herde Delphine dazugesellt und der Hostelbetreiber am Steuer des Schiffes hat sofort seiner Frau in die Lodge angerufen. Diese hat sogleich alle wachen Gäste zusammengetrommelt und wir kamen zur einmaligen Gelegenheit die Herde beim jagen zu beobachten...
Nachdem wir schlussendlich gepackt hatten, machten wir uns mit etwas Verspätung auf den Rückweg nach Christchurch, was eine Fahrt von etwa acht Stunden bedeutete. Zurück in Christchurch wurden wir bereits von einem Abendessen erwartet und auch die Bleibe für die nächsten paar Tage war schon vorbereitet…
Die letzten Tage in Neuseeland wurden zusammen mit Alex und Susanne verbracht und auch die Weiterreise wurde ein wenig vorbereitet. Alex hat seinen Geburtstag gefeiert und Susanne hat sich von ihren Klassenkammeraden verabschiedet. Beides viel auf den Samstagabend und wurde kräftig gefeiert. Ab Tage vor meiner Abreise hat sich Val noch mal so richtig ins Zeug gelegt. Sie zauberte für uns ein Abendessen, welches nichts zu wünschen übrig liess. Am Tag danach brachten sie mich auf den Flughafen. Mein Inlandflug mit Zwischenlandung in Wellington brachte mich zurück nach Auckland, wo es am nächsten Morgen früh nach Nadi Fiji ging. Am Flughafen von Auckland wurde ich wieder mal als Verbrecher entlarvt! So wollte ich doch tatsächlich einen Regenschirm mit an Bord nehmen (welcher beim Inlandflug von Christchurch nach Auckland auch schon dabei war!). Sie haben mir diese gefährlichste aller Waffen auch abgenommen – zum Glück…