Weltreise

22 Januar 2007

Wellington und zurück nach Auckland













Wellington liegt am südlichen Ende der Nordinsel, in einem natürlichen Hafenbecken gelegen. Die Temperatur war angenehm um die 20 Grad. Nur fegte immer ein relativ starker Wind durch die Stadt, welcher uns dazu zwang etwas wärmere Kleidung zu tragen. Als erstes besuchten wir das sehr moderne Nationalmuseum Te Papa, welches 1998 eröffnet wurde. Dort gibt es unter anderem sehr interessante Ausstellungen über die besonders hier in Neuseeland allgegenwärtigen Naturgewalten zu sehen. Insbesondere werden Erdbeben und vulkanische Aktivitäten ausführlich erklärt. In Wellington sind Erdbeben ein sehr zentrales Thema, da mitten durch die Stadt zwei Erdplatten aufeinander treffen und somit Erdbeben keine Seltenheit sind.
Ausserdem besuchten wir das Regierungsviertel und nahmen dort an einer Führung durch das Parlament teil. Der Regierungssitz befindet sich im so genannten Bienenstock. Dieser wird im Volksmund nicht etwa wegen den emsig arbeitenden Regierungsbeamten Bienenstock genannt, sondern mehr seiner Form wegen. Insgesamt eine interessante Sache so eine Führung, nur sollte es doch möglich sein auch einmal die Zeit zu finden im Heimatland an einer solchen teilzunehmen…
Am Abend liessen wir es uns nicht nehmen auch das Nachtleben der Stadt ein bisschen kennen zu lernen. Wir fanden schliesslich ein paar ganz hübsche Pubs in welchen teilweise Live Music gespielt wurde. Gleich nebenan wurde ein Film gedreht. Leider war es relativ gut abgesperrt, so dass wir nicht, wie andere mir bekannte, durch das Bild huschen konnten…
Am Abend fanden wir uns schlussendlich in unserer Unterkunft
www.lodgeinthecity.co.nz ein, welche wirklich super Zentral gelegen ist.
Die nächste Etappe führte uns nach Ohakune, welches sich 35 km südlich vom Tongariro Nationalpark befindet. In diesem Nationalpark befinden sich eine Reihe von Vulkanen. Unter anderen der Mount Ruapehu mit seinen 2797 m der höchste Vulkan Neuseelands. Am Abend unserer Ankunft deckten wir uns im örtlichen Supermarkt noch mit ein paar Lebensmitteln ein. Als ich mich mitten im Supermarkt zwischen den Gestellen befand, begannen sie plötzlich zu schaukeln und ein paar Gegenstände fielen daraus zu Boden. Damit war das erste Erdbeben in Neuseeland für mich auch überstanden. Am Abend erfuhren wir dann im Fernsehen, dass es eine Intensität von 5.7 hatte. Wie weit entfernt jedoch das Epizentrum konnten wir leider nicht herausfinden…
Am nächsten Morgen fuhren wir in Richtung Nationalpark um die Vulkane von der Nähe zu betrachten. Als wir aufbrachen wussten wir jedoch noch nicht, dass wir sie aus dem Flugzeug von Oben betrachten würden. Im für drei Passagiere gebauten wirklich kleinen Flugzeug, starteten wir aus einer Rasenpiste in die Lüfte. Die Aussicht war überwältigend, vor allem da im Gegensatz zum Vortag, als die Bergspitzen in Wolken gehüllt waren, weit und breit keine Wolken zu sehen waren. So flogen wir über die zahlreichen Krater und schlussendlich über die Spitze des Mount Ruapehu welcher 1995 und 1996 zum letzten Mal ausgebrochen war. Wir wunderten uns dann noch über einen am Kraterrand gelandeten Helikopter. Am Abend in den News wurden wir jedoch aufgeklärt. Anscheinend ist der um die 35 Grad warme Kratersee mitten im Eis (!) kurz vor dem überlaufen, was alle paar Jahre vorkomme…
Nach dem Flug fuhren wir in das von oben begutachtete bestbesuchte Skigebiet Neuseelands an den Flanken des Mount Ruapehu. Erstaunlich ist nur, dass sich dieses Gebiet in einem Nationalpark befindet…
Als nächstes fuhren wir zum aus der Luft in weiter ferne gesehenen Mount Egmont / Taranaki, welcher letztmals 1755 ausgebrochen war. Eigentlich wäre dieser Berg Luftlinie nur etwa 100 Km entfernt gewesen. Aber da hierzulande nicht überall Strassen gebaut werden, fuhren wir einen Umweg von mehr als 200 km bis wir am Rande dieses Berges ankamen: Leider war uns Petrus diesmal nicht so wohlgesinnt und wir konnten die Höhe nur erahnen. Anscheinend ist dies jedoch keine Seltenheit, denn die Einheimischen pflegen zu sagen: Wenn man den Berg sehen kann, wird es wahrscheinlich regen, und wenn man ihn nicht sehen kann, regnet es schon…
Nachdem wir das Visitor Center im Nationalpark um den Mount Taranaki besucht hatten, fuhren wir nordwärts nach Otoranga, welches sich in unmittelbarer Nähe der Waitomo Höhlen befindet. Dort fanden wir ein kleines Hostel in welchem wir uns für die Nacht niederliessen. Nach einer geruhsamen Nacht besuchten wir das bekannte Kiwi House des Ortes
www.kiwihouse.org.nz . Dort konnten wir die Nachtaktiven Kiwis erstmals bestaunen. Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass wir in den letzten knapp 5 Wochen noch keine Kiwis erspähen konnten, da 99 Prozent der Neuseeländer noch nie einen Freilebenden erblickt haben. Da die Kiwis 20 Stunden am Tage schlafen haben sie für die Besucher 2 Gruppen Kiwis in einem Nachttierhaus eingerichtet. Eine für den Morgen und eine für den Nachmittag. Es kann ja nicht sein dass diese Tiere für die Museumsbesucher Überstunden schieben müssen und diese dann Tageweise in Form von Ferien einziehen müssen…
Ein interessantes Tier mit der Grösse eines Huhnes ohne Schwanz. Rastlos ist der Kiwi im Gehege umhergelaufen und hat mit dem Schnabel den Boden nach essbarem durchwühlt. Kein Wunder, dass er nach 4 Stunden eine Pause einlegen muss. Interessant sind auch die Eier. Mit der Grösse eines Strausseneies vergleichbar, hat der Kiwi das grösste Ei verglichen mit seiner Körpergrösse.
Anschiessend fuhren wir zu den bekannten Waitomo Höhlen. Diese Höhlen sind gleich entstanden wie das Hölloch. Nur führen sie keine ähnlichen Hochwasser und sind somit das ganze Jahr über zugänglich. Ausserdem leben in diesen Höhlen haufenweise Glühwürmchen, welche wie Sterne, am Schluss bei einer kurzen Bootsfahrt, bestaunt werden konnten.
Mittlerweile sind wir in Rotorua, dem letzten Zwischenhalt vor Auckland eingetroffen. Rotorua ist bekannt für seine heissen Quellen. Praktisch jede Unterkunft hat in irgendwelcher Form einen kleinen Pool mit heilendem Nass darin. Zuerst muss man sich jedoch an die Duftnote der Stadt gewöhnen. Der aus natürlichen Öffnungen in der Erdkruste aufsteigende Schwefelwasserstoff sorgt dafür, dass ein Geruch von faulen Eiern in der Luft liegt, welcher nach ein paar Stunden jedoch kaum mehr wahrgenommen wird. Gewöhnungsbedürftig ist es trotzdem…